Ast trifft Zeit

Wenn man einen Blog schreibt hat man manchmal Ideen und manchmal keine. Und vor dem leeren Dokument und durch die Leere im Kopf hat man die Möglichkeit den ununterbrochenen Lauf der Zeit zu spüren.

Es fällt mir schwer diesen Zeitlauf in dieser Machtlosigkeit der Schreibblockade zu ertragen. Ich merke, ich setze mich ganz schnell unter Druck:  „Ich muss jetzt diesen Artikel schreiben, da ich noch so viel zu erledigen habe. Es sind schon 15 Minuten, die ich dasitze für nichts!“. Der Druck wird immer größer bis er so unangenehm wird, dass er mich lähmt und ich erst recht nicht mehr schreiben kann.

Ich befinde mich in einem Kreislauf, gefangen von diesem Gefühl, die Zeit nicht richtig zu nutzen. Und diese Zeitverschwendung kann ich jetzt nicht mehr stoppen. Ich fühle mich schlecht, bin genervt und weiß nicht mehr was ich tun soll, außer krankhaft das Schreiben zu versuchen.

Warum verkrampfe ich mich? Warum versuche ich nicht diese 15 verlorenen Minuten zu genießen statt mich zu ärgern? Warum fällt es mir so schwer, machtlos den Zeitlauf zu spüren?

Ich glaube in diesem Fall ist mein Problem nicht im Hier und Jetzt zu sein.

Ich bin nicht DA sondern projiziere mich schon in die nächsten fünf Aufgaben oder Erledigungen meiner heutigen To-do-Liste. Die Zeit spüre ich wie einen laufenden Timer. Er zählt rückwärts bis zur nächsten Aufgabe…  vielleicht sogar bis zum letzten Ende…

Ist es so, dass sich mit Zeit zu beschäftigen immer bedeutet sich mit seiner eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen? Zeit und Tod zu verbinden scheint genauso eine intellektuelle Trivialität zu sein wie die psychoanalytische Assoziierung des Astes mit dem Penis. Aber wenn etwas wahr daran wäre, müsste man sich mit dem Tod beschäftigen, um die Bedeutung unserer Zeit zu verstehen? Und was hätte Martin Heidegger dazu gesagt?…

Sandrine Woinzeck, Dipl. Phil. Zeitmanagerin und Alltagsbegleiterin, Mehr Zeit im Alltag

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